
Die frühen Kelten

Keltischer Krieger
Süddeutschland, Hallstatt C, 800 – 700 v. Chr.
Ab etwa 800 v. Chr. ändert sich der
Bestattungsbrauch, die Urnenfelderzeit geht
zu Ende. Beginnend in Süddeutschland werden
reiche Menschen nun in ihrer Tracht und mit
Grabbeigaben in Grabhügeln bestattet.
In einzelnen Männergräbern tauchen lange
Hiebschwerter auf, zuerst aus Bronze, dann
aus Eisen. Ortbänder und Ringe des
Schwertgehänges sind aus Bronze. Diese
Schwerter eignen sich allerdings kaum zum
Kampf. Kein bisher gefundenes Exemplar zeigt
Kampfspuren. Der pilzförmige Knauf schneidet
bei einem Hieb mit dem Schwert stark in das
Handgelenk ein. Einige Stücke zeigen
aufwendige Verzierungen am Griff, manche
mit Goldeinlagen, andere Griffe sind mit
Elfenbein und Bernstein belegt.
Das Schwert war ein Statussymbol, kaum eine Waffe.
Allerdings scheint die Schwertform das Schwert seiner
Zeit zu repräsentieren. Sie finden sich in ganz Mittel- und
Nordeuropa. Es gibt Funde aus Frankreich, England und sogar
aus Finnland. Andere Schwertformen sind aus dieser Zeit nicht bekannt.
Der Mantel wird an der rechten Schulter von einer oder mehreren Bronzenadeln geschlossen.
In einem Täschchen am Gürtel befindet sich das Toilettebesteck, das aus Rasiermesser, Pinzette und aus bronzenen Reinigungsgeräten für Ohren
und Fingernägeln besteht.
Schutzbewaffnung kommt in aller Regel nicht mit in das Grab. In einigen Gräbern finden sich jedoch einzelne Phaleren (verzierte Bronzescheiben), die eine Interpretation als sogenannte Herzschutzschilder
zulassen. Helme, die aus Weidengeflecht, Leder und Bronzephaleren bestehen, kennt man aus Österreich und Slowenien. Bruchstücke solcher Phaleren liegen auch aus Süddeutschland vor.
Schilde oder Schildteile fehlen in aller Regel. Bei
der Verwendung langer Hiebschwerter ist davon auszugehen, dass entsprechend große Schilde getragen wurden. Diese können vollständig aus organischem Material bestehen. Gewählt wurde ein großes, rechteckiges Exemplar , mit einem eisernen
Schildbuckel, der mit etwas späteren Exemplaren aus Norditalien eng verwandt ist. Der entsprechende Fund stammt aus Aschaffenburg.
Die Kleidung besteht aus einem Mantel aus Wolle und einer Tunika aus Leinen. Denkbar sind noch Beinlinge aus Wolle.
Ein Wort zur keltischen Haar- und Bartracht. Von Hallstatt A (1.300 v. Chr. ) bis La-Tène A (um 400 v. Chr.) finden
sich Kämme und Rasiermesser in den Gräbern. Die Männer dieser Zeit trugen ihr Haar kurz und gepflegt, Bärte wurden, wenn überhaupt getragen, gestutzt. Der Schnurrbart kam offenbar etwa ab 450 v. Chr. in Mode. Deshalb sind alle Kelten auf
dieser und den folgenden Tafeln entsprechend dargestellt.
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© Der Salzherr von Hallstatt |
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