
Die frühen Kelten
Krieger im Panzer
Ostalpin, Hallstatt D 1, 650 – 600 v. Chr.
Im Westhallstattkreis, der in etwa den südwestdeutschen
Sprachraum bis etwa Augsburg umfaßt, wurden keine
Defensivwaffen den Gräbern beigegeben. Anders im sogenannten
Osthallstattkreis, der Böhmen, den Osten Österreichs und
Slowenien umfasst, wobei in Bayern und Tirol Funde aus
beiden Kulturkreisen auftreten. Hier wurden manchen
Männergräbern Helme und Panzer beigegeben.
Der Mann trägt über seiner wollenen oder leinenen Tunika,
die mit Brettchenweberei verziert ist, einen zweischaligen
Panzer aus Bronzeblech. Dieser ist rechts mit einem Band,
mit einer Bindung ähnlich einer Schuhbindung, fest
gebunden. Geöffnet und geschlossen wird er links mit zwei
Bindungen. An den Schultern wird er ebenfalls mit jeweils
einem Band zusammengehalten. Ob und wie diese Panzer
über eine Innenfütterung verfügten, ist unklar. Eindeutige
Hinweise wie Klebereste oder Nieten fehlen. Moderne
Trageversuche zeigten, dass dies auch nicht nötig ist.
Der Helm des Kriegers ist aus fünf Bronzeblechen
zusammengesetzt (Krempe mit unterer Kalotte, linke und rechte Kalottenhälfte, Scheitelkamm und Innenteil, welches die
Krempe und untere Kalotte aufdoppelt und den aus organischem Material bestehenden, oberen Innenhelm fixiert). Über den Scheitel wird ein abnehmbarer Helmbusch aus Pferdehaar gespannt.
Ab Ha D 1 verschwindet das Schwert als
Grabbeigabe und wird von einer Lanze, einem Speer und im Osthallstattkreis zusätzlich mit einem Beil ersetzt. Schilde fehlen, grundsätzlich kommen aber Rundschilde in Art der Hopliten oder langovale Schildtypen in Betracht. In der
Zeichnung wurde ein langovaler Typ gewählt, wie er auf einem verzierten Gürtelblech aus Slowenien (Fundort Vace) zu sehen ist. Warum die Schwertbeigabe abbricht, ist unklar. Einige wenige Funde aus Bayern und am Oberrhein zeigen
Hallstatt-D-Schwerter. Es sind lange Hiebschwerter mit paralleler Klinge und relativ stumpfer Spitze. Ob diese wirklich nicht mehr im Kampf verwendet wurden, ob sich tatsächlich der Kampfstil änderte, ist aus dem Fundgut nicht
erschließbar. Allerdings sind Beile als Hiebwaffe gegen einen gepanzerten Krieger wirkungsvoller und auch vom Pferderücken aus besser einsetzbar. Einflüsse aus dem Osten (Kimmerer) könnten hierbei eine Rolle gespielt haben.
Helm-
und Panzerform sind auch in Norditalien zu finden, aber gerade die gezeigte Waffenkombination mit (Reiter-) Beil findet sich nur in keltischen Zusammenhängen.
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Recherche, Konzept, Zeichnungen: |
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© Der Salzherr von Hallstatt |
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