Die frühen Kelten


Reicher Kelte, Hessen, La-Tène A, ca. 450- 400 v. Chr.

Im Grabhügel, dem Fundort der Stele aus Abbildung 5, fanden sich
drei Bestattungen. Zwei Männer um die 40 Jahre alt und eine Frau
um die 60. Abbildung 6 zeigt die Ausstattung eines dieser Männer.
Sie besteht aus Helm, Typ "Berru", einem breiten Gürtel mit Schwert,
Lanze und Speer, großem Schild mit eisernem Schildbuckel, Köcher,
Pfeilen und Bogen. Für alle Funde, außer dem Bogen, finden sich
Vergleiche aus dem Elsass, Baden-Württemberg, Bayern,
Böhmen oder Tirol.

Das eiserne Stichschwert mit andropomorphem
(menschenähnlichem) Griff steckt in einer Scheide aus
dünnem, beidseitig verziertem Bronzeblech. Das gegossene
Ortband ist typisch früh-la-Tène-zeitlich verziert. Der eiserne
Schildbuckel ist, ebenfalls typisch für die Zeit um 400 v. Chr.,
relativ groß. Diese Schildbuckel werden später kleiner, bis
sie nur noch ein Band über dem Schildbuckel bilden.

Auffallend an seiner Ausstattung ist jedoch sein Bogen.
Das gefundene Original ist aufwendig verziert und
wesentlich kleiner als abgebildet. Es ist nur etwa 40 cm
lang und somit kaum für einen realen Gebrauch geeignet.
Man weiß aber, dass manche Ausrüstungsteile für die
Grablege zusätzlich verziert oder extra hergestellt wurden.
Warum dies ausgerechnet hier beim Bogen der Fall war, ist unklar. Vielleich handelt es sich auch um einen Bogen für ein Kind, ähnliches ist aus völkerkundlichen Vergleichen bekannt. Ausschlaggebend ist jedoch die Form des Reiterbogens, den man bislang nur in östlichen Zusammenhängen, bei den Kimmerern und Skythen fand. Dieser Bogen ist hervorragend als Jagdwaffe oder als Waffe des Reiters geeignet.

An der Gesamtschau der Ausstattung dieses Grabes und seiner Stele ("griechischer" Leinenpanzer, keltischer Helm, Schild und Schwert, "skythischer" Bogen sowie eine "etruskische" Schnabelkanne) zeigt sich , dass die Kelten nicht isoliert nördlich der Alpen saßen, sondern regen Kontakt mit den umliegenden Kulturkreisen pflegten und deren Errungenschaften an ihre eigene Kultur anpassten.

Recherche, Konzept, Zeichnungen:
Hans Trauner, Thomas Trauner, Bernhard Mayer
Copyright 2003 Naturhistorisches Museum Nürnberg
Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg e.V.
Abteilung Vorgeschichte

 

 

© Der Salzherr von Hallstatt
www.hallstattzeit.de

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